Gesamtausschuss Grenzegang blickt auf den Grenzegang 2029:
Gründungsversammlung eines Fördervereines


Wie jeder aus Wetter weiß, findet alle sieben Jahre das historische Grenzegangfest statt. In diesem Sommer befinden wir uns nun tatsächlich schon wieder ziemlich genau in der Mitte zwischen dem vergangenen Grenzegang und dem kommenden, der 2029 stattfinden wird. Es wird also Zeit, sich so langsam mit den Vorbereitungen auf das vor uns liegende Ereignis zu beschäftigen.

Der letzte Grenzegang in 2022 stand noch ganz unter dem Zeichen der Pandemie, zusätzlich verschärft durch eine stark erhöhte Waldbrandgefahr, die durch ein extrem trockenes Frühjahr fast ohne Niederschläge verursacht war. Es stand daher buchstäblich bis zur letzten Minute noch auf dem Spiel, ob die Ausrichtung unseres Festes überhaupt möglich ist. Zusätzlich belastet wurden die Vorbereitungen durch explodierende Kosten: zum Beispiel wurden Baumaterialien plötzlich doppelt so teuer; verschärfte Hygieneauflagen mussten ergriffen werden; die Maßnahmen zur Gefahrenabwehr wurden erhöht; TÜV-Prüfungen und Naturschutzvorgaben mussten erfüllt werden und vieles andere mehr. Die Summe aller dieser zusätzlichen Kosten haben dazu geführt, dass unter dem Strich die finanzielle Seite des Grenzegangfestes leider nicht mit der vorgeplanten „schwarzen Null“ abgeschlossen werden konnte, sondern ein Defizit geblieben ist, das aber aufgrund sorgfältiger Arbeit von städtischer Seite in einem überschaubaren und verantwortungsvollen Rahmen gehalten werden konnte. Auf der positiven Seite ist das zurückliegende Fest aber bei den vielen Tausend Besuchern aus der Region und darüber hinaus bestens in Erinnerung geblieben als ein friedliches, bereicherndes und verbindendes Großereignis, das aufgrund seines historischen Kerns, der bei jedem Mal neu in die aktuelle Lebenswirklichkeit aller Teilnehmenden aus der Kernstadt, den Stadtteilen, den Partnergemeinden und auch allen Gästen aus Nah und Fern geholt wird, den Zusammenhalt und das Miteinander stärkt. Vor allem diese Stärkung des sozialen Miteinanders ist gerade in der heutigen Zeit nicht mit Geld zu bezahlen und ein echter Mehrwert für das Leben in unserer Kommune.

Nichtsdestotrotz muss sich die Stadt Wetter in Vorbereitung auf den nächsten Grenzegang in 2029 der Verantwortung stellen, das Fest auf eine solide finanzielle Basis zu stellen. Zu diesem Zweck wurde am 12. Juni 2026 der bestehende Gesamtausschuss – zusammengesetzt aus dem amtierenden Vorstand, den Ausschussvorsitzenden und vor allem allen aktiv in einem Ausschuss Mitarbeitenden – in die Stadthalle Wetter zur Gründung eines Fördervereins Grenzegang Wetter geladen. Knapp 100 Menschen, die den letzten Grenzegang durch Ihre zeitintensive, ehrenamtliche Mitarbeit überhaupt erst möglich gemacht haben, waren gekommen, fast nochmals so viele ließen sich aufgrund terminlicher Schwierigkeiten entschuldigen, was eindrücklich die Verbundenheit der Menschen mit dem Grenzegang zeigt.

Nach einem kurzen Rückblick, bei dem auch abgefragt wurde, wer weiterhin seine Freizeit für den Grenzegang zur Verfügung stellen und ihn ehrenamtlich mittragen wird, wurde dann das Konzept der Gründung eines Fördervereines erläutert und der Satzungszweck eingehend vorgestellt und diskutiert. Das Grundkonzept sieht vor, dass der Wettersche Grenzegang wie seit fast schon 500 Jahren ein städtisches Fest ist und weiterhin bleibt. Um für die Zukunft bei unvorhergesehenen Kosten allerdings angesichts der finanziellen Lage der Stadt besser aufgestellt zu sein, bietet ein Förderverein die Möglichkeit für die Stadt, die nach wie vor Träger des Festes ist, für konkrete (Teil-)Projekte finanzielle Unterstützung zu beantragen, die dann vom Förderverein zweckgebunden an die Stadt gezahlt werden können. Die Grundstruktur des Wetterschen Grenzeganges bleibt vollständig erhalten:
Das städtische Fest wird von einem Gesamtausschuss getragen, der sich in den Unterausschüssen Aufbau und Versorgung, Festschrift, Festspiel, Festzug, Finanzen, Grenze und Grenzsteine, Kindervergnügen, Musik, Presse und Information, Stadtausschmückung und Festplatz sowie Unterbringung mit jeweils einem Vorsitzenden organisiert und die umfangreich anfallenden Arbeiten ehrenamtlich für die Stadt erledigt.

Der Förderverein erhebt Beiträge und sammelt Spenden, um je nach Projekt und Bedarf finanzielle Unterstützung bereitstellen zu können. Selbstverständlich kann man im Gesamtausschuss mitarbeiten, ohne im Förderverein zu sein, und natürlich kann man im Förderverein Mitglied sein, ohne im Gesamtausschuss mitzuarbeiten. Aber jeder Wettersche, der vom Grenzegang begeistert ist, wird nach Möglichkeit versuchen, beides zu machen.

Nach eingehender Diskussion wurden dann insgesamt 82 Beitrittserklärungen und die Satzung unterschrieben, womit der formale Akt der Vereinsgründung vollzogen wurde. Als Vorsitzender wurde einstimmig Dr. Andreas Kögel gewählt, zu seiner Stellvertreterin ebenfalls einstimmig Astrid Wagner. Weiter wurde Patrick Bamberger zum Schatzmeister und Regina Kappel zur Schriftführerin gewählt. Im Anschluss legten die Mitglieder den Mitgliedsbeitrag fest, der mindestens 24.-€ im Jahr, d.h. 2 € pro Monat beträgt. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren werden 7 € im Jahr erhoben, also symbolisch jährlich 1 € für jedes der sieben Jahre zwischen den Festen.

Der neu gewählte Vorstand dankte für das Vertrauen. Dr. Kögel und seine Mitstreiter werden zeitnah die Eintragung des Vereines beim Amtsgericht beantragen, die Gemeinnützigkeit feststellen lassen und dann kräftig um weitere Mitglieder werben.

Martina Kepper

Dokumente:

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